Kommunaler Klimaschutzverein des Landkreises: Beitreten reicht nicht!

Wie bereits berichtet, beschloss der Plochinger Gemeinderat den Beitritt zum Kommunalen Klimaschutzverein des Landkreises und stimmte der befristeten Beauftragung der Klimaschutzagentur (bisher: Energieagentur) des Landkreises mit der Erbringung von Dienstleistungen für unsere Gemeinde zu. Wir haben die entsprechenden Anträge der Stadtverwaltung ebenfalls unterstützt. Im Januar wird die Klimaschutzagentur ihre Arbeit mit zunächst 3,5 Stellen aufnehmen.

Dieser „Dienstleister“ kann sein Potential jedoch nur entfalten, wenn wir selbst wissen, was wir beim Klimaschutz auf kommunaler Ebene konkret erreichen wollen. Daher stellt sich auch die Frage, ob die aktuelle Stellenausstattung der Gemeinde Plochingen bzw. des Gemeindeverwaltungsverbands ausreicht, um die anspruchsvolle neue Aufgabe des Klimaschutzmanagements zu schultern. Sie gehört zu den dringlichsten der Dekade, die jetzt begonnen hat.

Wir haben bisher einen engagierten Energieberater, der uns dabei geholfen hat, vor allem den Wärmeverbrauch der Stadt zwischen 2004 und 2019 um knapp 40% zu reduzieren. Klimaschutz ist allerdings schon vom Ansatz her eine deutlich umfassendere Herausforderung als Energiemanagement, weil er auch bisher nicht einbezogene Felder wie die kommunale Verkehrspolitik oder die klimaschonende Beschaffung umfasst – von der Einbeziehung der privaten Entscheidungen der Bürger:innen einmal ganz abgehsehen.

Zudem zeigte sich auch im relativ engen Bereich des Energiemanagements, dass Plochingen in der Weise an eine Grenze stößt, dass die Energieeinsparpotentiale nahezu ausgeschöpft scheinen.

Angesichts der Tatsache, dass sich schon jetzt wichtige Maßnahmen (wie z.B. die Sanierung des Zentralen Omnibusbahnhofs ZOB), für die bereits Mittel bereit gestellt wurden, immer weiter verzögern, erscheint fraglich, dass die bestehenden personellen Ressourcen für die anspruchsvolle neue Aufgabe ausreichen. Es ist eher davon auszugehen, dass hier im Doppelhaushalt 2022/23 zumindest neue Stellenanteile geschaffen werden müssen. Da die Bedeutung des neuen Aufgabenbereichs „Kommunaler Klimaschutz“ kaum zu überschätzen ist, wäre die OGL dazu auch bereit.

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